Die drei größten Fehler im Stress und wie Du sie in Zukunft vermeidest. 

unity training

Sag ja zum Glück!

Die drei größten Fehler im Stress 

Nicole Roewers

Vorwort

Schön, dass Du dich auf den Weg machst zu mehr Gelassenheit, Gesundheit und Glück.

Bevor ich gleich zum Kurs komme, möchte ich mich Dir kurz vorstellen und Dir sagen, was ich mit dem Thema Stress überhaupt zu tun habe.    

Stelle Dir ein schönes, friedliches kleines Dörfchen vor. Die Sonne scheint, die Vögel zwitschern, und ein paar Bewohner des Dorfes sitzen auf dem Dorfplatz entspannt in der Sonne. Plötzlich rast ein Pferd mit einem Reiter heran. Der Reiter sitzt keineswegs mehr sicher im Sattel sondern kann sich noch so gerade eben oben halten. Im Galopp hetzt das Pferd an den Dorfbewohnern vorbei.
„Hey, Reiter, wo willst Du denn so schnell hin?“, rufen die Dorfbewohner dem Reiter zu.
„Keine Ahnung!“ ruft der zurück. „Fragt doch das Pferd!“
Und schon ist das Pferd samt zappelndem Reiter auch schon wieder verschwunden.

Als ich zum ersten Mal vor vielen Jahren diese Geschichte aus dem Zen- Buddhismus gehört habe, habe ich mich ziemlich ertappt gefühlt. Ich war keiner der entspannten Dorfbewohner. Ich war die Reiterin. Und das Pferd war mein Lebenstempo. Als selbstständige Fernsehjournalistin, Moderatorin, Buchautorin, Mutter war ich auf allen Ebenen immer mit 100% unterwegs. Immer im Laufschritt. Und dabei war ich keineswegs unglücklich. Ich habe das, was ich gemacht habe, sehr sehr gerne gemacht und hatte mein Auskommen. Doch bei all dem habe ich nicht gemerkt, was dieser Dauerstress mit mir gemacht hat. Mein Körper hat es mir deutlich signalisiert. Immer wieder hatte ich Symptome wie Übersäuerung, Muskelverspannungen, Nervosität, aber dass Stress dahinter stecken könnte, hatte ich schlicht nicht auf dem Schirm.
Und auch dieses  vage Gefühl, dass vielleicht etwas nicht stimmt, dass das mit dem hohen Tempo vielleicht nicht immer gutgehen würde, konnte ich wunderbar unterdrücken. Für mich war das Tempo normal, Zeitdruck normal, Laufschritt normal.

Heute weiß ich: Dass sich etwas normal anfühlt, heißt noch lange nicht, dass es auch gut ist.  

Vielleicht hast auch Du das Gefühl, nur noch durch das Leben zu hetzen? Vielleicht sehnst auch Du Dich nach mehr innerer Ruhe, Gelassenheit und tiefer Entspannung?

Die drei größten Fehler im Stress 

Eins vorab: Du befindest Dich in guter Gesellschaft. Nach einer aktuellen Forsa-Studie fühlen sich 6 von 10 Deutschen dauerhaft gestresst. Und das wiederum macht nachweislich krank. Kein Wunder, denn Dein Körper ist im Dauerkampfmodus. Das ist gesundheitlich außerordentlich gefährlich: Seit Jahren wird in unzähligen Forschungsarbeiten renommierter Universitäten belegt, dass Stress für 70 – 95 % aller Krankheiten die Ursache ist. Wissenschaftlich nachgewiesene gesundheitliche Folgen von Dauerstress sind zum Beispiel Bluthochdruck, Rückenschmerzen, Diabetes, Depressionen, Krebs uvm. Die Liste ließe sich beliebig weiter führen.

Warum tun wir uns das an? 

Eine gute Frage. Wir wollen genügen. Wir wollen dazugehören. Wir wollen die Besten sein und begnügen uns nicht mit dem Mittelmaß. Wir wollen, dass es unseren Liebsten gut geht, dass Ihre Wünsche erfüllt werden. Wir haben Verantwortung für unsere Mitarbeiter. Das sind alles wunderbare Gründe. Aber wer sorgt für unsere Liebsten oder für unsere Mitarbeiter, wenn vor lauter Stress unsere Gesundheit streikt und wir krank werden? Wenn plötzlich statt 100% nichts mehr geht?

Dieser Kurs ist eine Einladung. Wir, die Entwickler und Gründer von Unity Training, Nicole Roewers und Florian Heinzmann laden Dich von Herzen ein zu neuen Anregungen, Impulsen, Erlebnissen. In den folgenden vier Kapiteln erfährst Du

–    jeweils einen fatalen Fehler und wie Du ihn in Zukunft vermeiden kannst durch
–    effektive, sofort umsetzbare Werkzeuge
–    wertvolle Anregungen und Übungen

Bitte nimm diese Übungen ernst. Sie werden kaum länger als einige Minuten pro Tag in Anspruch nehmen. Bewusst und beherzt aus Deinem Stress aussteigen kannst nämlich nur Du selber und zwar in dem Du Dich mit Deinem ganzen Wesen dazu entscheidest. Und dann entschlossen losmarschierst. Der erste Schritt ist mit diesem Kurs ganz einfach. Bequem vom Sofa aus.

Dieser Kurs basiert auf unseren eigenen Erfahrungen und auf Erfahrungen mit Hunderten Kursteilnehmern und Klienten in unserer Praxis in Köln und in Trainings in ganz Deutschland. Menschen, die sich genau wie Du auf den Weg gemacht haben, ihr Leben gesünder und stressfreier zu gestalten. Es geht ausdrücklich nicht darum, Stress generell zu vermeiden. Ohne Stressimpulse wachsen wir nicht, entwickeln wir uns nicht. Aber es geht ganz klar darum, Dauerstress zu vermeiden und wieder in zu einer Balance im Leben zu finden, um die Gesundheit zu schützen und den Stress, den wir wirklich brauchen, auch zu genießen.

Die drei größten Fehler im Stress 



Kapitel 1

In diesem Kapitel erfährst Du, was der erste fatale Fehler im Stress ist und wie Du ihn in Zukunft vermeiden kannst.

Dazu möchte ich Dir Jörg K. vorstellen.

„25 Jahre habe ich mich dem Berufsleben angepasst. Ich hatte einen sehr stressigen Job. Und irgendwann hat der mich dann 24 Stunden am Tag beschäftigt. Wenn Stress aufkommt, und man kennt keine Möglichkeiten da raus, gibt es ganz schnell kein Zurück mehr. Bei mir persönlich war es so, dass Schlaflosigkeit auftrat. Und wenn der Biorhythmus aus den Fugen gerät, dann ist der Weg in die Depression nicht mehr weit, oder hat eigentlich schon angefangen. Da kann man vorher ansetzen. So lange sollte man nicht warten.“

Jörg steckte tief mitten in einem Burn-Out. Die Folge: vier Monate Klinikaufenthalte. Er, der Macher, der Erfolgreiche, war einfach eines morgens aufgewacht und konnte nicht mehr. Er war ausgebrannt.
Hätte Jörg gewusst, was der erste fatale Fehler im Stress ist, wäre es wahrscheinlich erst gar nicht so weit gekommen. Er hätte früher reagieren können.

Der erste fatale Fehler: die Warnsignale übersehen!

Stress ist sehr individuell und äußert sich bei jedem Menschen anders. Aber er äußert sich, und zwar lange, bevor sich schwerwiegende Beschwerden einstellen. Der Körper sendet ständig Signale, dass es ihm zu viel ist. Aber wir sind Meister darin, diese Signale zu überhören, manchmal sogar so lange, bis es zu spät ist.

Wenn Du in der Lage bist, Deine Frühwarner rechtzeitig wahrzunehmen, kannst Du schneller reagieren und für mehr Entspannung und Gesundheit sorgen. Mach die Stresssymptome zu Deinem Freund: Kiss your Stress goodbye! Doch dazu solltest Du genau wissen, was Deine persönlichen Frühwarner sind.

Die drei größten Fehler im Stress 

1. Übung: Warnsignale kennen lernen
Nimm Dir jetzt ein paar Minuten Zeit und nimm Dir ein Blatt und einen Stift zur Hand. Versetze Dich in eine Stresssituation, die noch sehr präsent ist, vielleicht von gestern oder aus der letzten Woche. Lass die Situation richtig bunt aufleben. Was siehst Du, was hörst Du? Bleibe gedanklich in dieser Situation und schreibe nun auf

  1. Was Du jetzt gerade körperlich spüren kannst. Fühlst Du Enge im Brustkorb? Herzrasen? Spüre achtsam in Deinen Körper, es gibt jede Menge körperliche Reaktionen auf Stress…
  2. Was Dir durch den Kopf geht. Jagen die Gedanken durch den Kopf? Oder ist da eine Leere, Watte?
  3. Was Du emotional fühlst. Würdest Du am liebsten schreien oder Dich verdrücken? Fühlst Du Wut oder Angst?

Schreibe alles auf, was jetzt hochkommt. Das sind Deine persönlichen Frühwarner. Nimm sie ernst! Mehr noch: mache sie zu Deinem besten Freund. Kiss your Stress. Es sind wertvolle Signale, es sind Deine  freundschaftlichen Alarmglocken. Als wollte Dich dein bester Freund warnen. Oder wie Friedrich Nietzsche schon sagte:
“Es ist mehr Vernunft in deinem Leibe als in deiner besten Weisheit.”

Hier kannst Du mit einer PDF nach Gerd Kaluza selber testen, wie sehr Du belastet bist und welche Frühwarner bei Dir noch aktiv sind. Hier klicken, etwas nach unten scollen und PDF ausdrucken.

Werde vertraut damit, was Stress in Deinem Körper verursacht, wie sich Stress anfühlt, und was Dir durch den Kopf geht. Welche Gedanken laufen wieder und wieder ab?  Achte wie in der Übung oben jeden Tag, in jeder Stresssituation genau darauf, was mit Dir passiert. Körperlich, emotional und gedanklich.

2. Zusätzliche Übung: Entspannen mit dem Bodyscan in der langen Version (20 Min)
Eine wunderbare Übung, den Körper besser wahrzunehmen und somit noch achtsamer für Stresssymptome zu werden, ist der Bodyscan, ein gedankliches Abtasten („scannen“) des eigenen Körpers. Nacheinander wird der Fokus der Gedanken auf verschiedene Bereiche des Körpers gerichtet. So wird die Blickrichtung geändert, wir betrachten unseren Körper von innen. Das klingt erst einmal einfach, ist es aber nicht immer. Der Bodyscan kann sehr herausfordernd sein, denn oft springt unser Geist ständig von Gedanke zu Gedanke und kommt nicht zur Ruhe.
Der Bodyscan ist eine Meditationsübung, die ihren Ursprung in der buddhistischen Vipassana-Tradition hat. Der Medizinprofessor Jon Kabat-Zinn hat die Übung in sein achtwöchiges MBSR-Programm integriert (mindfulness-based stress reduction – Stressbewältigung durch Achtsamkeit). Der Bodyscan ist eine Übung, bei der Du lernst, Deinen Körper wieder besser wahr zu nehmen- und dabei auch noch wunderbar tiefenentspannst!

Die drei größten Fehler im Stress 

Du findest den Bodyscan in der kostenlosen CommUnity! Melde dich an und du hast sofort Zugang zum Video.
Hier klicken für das Meditationsvideo 

Tipp:
Mache den Bodyscan im Liegen am besten abends nach dem Feierabend oder vor dem Schlafengehen

Wenn Du genau weißt, was Deine Frühwarner sind, wirst Du schneller reagieren können und auf die Bremse treten, d.h., aus dem Teufelskreis von Stress, Anspannung und Erschöpfung aussteigen. Ein wesentlicher Faktor der eigenen Stresskompetenz. Wie Du bewusst aus der Stressspirale aussteigen und Dir eine kurze Erholung verschaffen kannst, verraten wir Dir im nächsten Kapitel.

Die drei größten Fehler im Stress 

Kapitel 2

Nun kennst Du deine persönlichen Frühwarner. Und jetzt? Wie machen wir unsere Frühwarner zu unserm Freund? Zu unseren Begleitern auf dem Weg zu mehr Gesundheit und Gelassenheit?

Ein Erlebnis aus unserer Coaching -Praxis:

Klaus sitzt mir in einem Einzelcoaching gegenüber. Er hat hohen Blutdruck, deswegen hat er sich entschlossen, etwas gegen seinen Stress zu tun. Außerdem hatte er nach eigenen Angaben völlig verlernt, zu genießen. „Seit fast zwei Jahren wohnen wir nun in unserem neune Haus mit Garten. Ich habe noch nicht ein einziges Mal auf der Terrasse gesessen, mich ausgeruht und einfach den Garten genossen. Es gibt immer etwas anderes zu tun. Ich weiß ja, dass ich mich entspannen sollte. Aber es ist, als …. ich erlaube es mir einfach nicht.“  

Keine Zeit zum Runterfahren? Dann wird es höchste Zeit!
Und das ist meiner Erfahrung nach eine der größten Stressfallen: dem Ausgleich, der Entspannung, dem „Runterfahren“ nicht die Wertigkeit geben, die ihm zusteht. Vielleicht kennst Du das auch: Du bist erschöpft, machst aber trotzdem weiter. Du spürst ganz deutlich alle Deine Frühwarner – und reißt Dich zusammen. Du gibst weiter Gas, statt auf die Bremse zu treten und Deinem Körper, Geist und Deiner Seele eine effektive Auszeit zu verschaffen.

Fehler Nr. 2: Ständig auf dem Gaspedal stehen.

Das Prinzip von Gaspedal und Bremse
Wir alle haben ein Gaspedal und eine Bremse in uns. Das Gaspedal ist das sympathische Nervensystem. Das brauchen wir, um in Aktion zu kommen. Im Falle eines Stressreizes springt automatisch unser biologisches, uraltes Stressprogramm an und versetzt uns in die Lage, körperliche Höchstleistung zu vollbringen: Kampf oder Flucht. Eine gesunde, höchst sinnvolle Reaktion – wenn wir noch wie vor zehntausend Jahren auf der Steppe wären. Mit einem Maximum an bereitgestellter Bewegungsenergie kämpfen oder fliehen, wenn wir vom Tiger angegriffen werden – das klingt doch gut, oder? Wenn der Tiger aber heutzutage der ständige Termindruck ist? Unser Chef? Oder der Stau? Die 30 neuen Mails? Unser Ehepartner oder die Kinder? Die endlose To-do-Liste? Das neuen Haus, an dem immer etwas zu tun ist? Der Keller, der längst hätte ausgemistet werden müssen? Das neue Projekt, mit dem wir schon jetzt hinterherhängen? Der Kunde, der kompliziert und launisch ist?

Die drei größten Fehler im Stress

Du ahnst schon, wo die Schwierigkeit steckt? Wir haben es im Gegensatz zu unseren Vorfahren auf der Steppe heute nicht mehr mit einem großen, sondern mit vielen kleinen Stressreizen zu tun, und das ständig. Der Tiger sitzt uns also ständig im Nacken. Und feuert demnach permanent unser sympathisches Nervensystem an. Unser Vorfahre hatte da zwei entscheidende Vorteile: Er konnte seine Stresshormone abbauen, indem er sich bewegte (Kampf oder Flucht). Und er konnte regenerieren, als der Stressreiz vorbei war.

Eine gesunde Stressreaktion beinhaltet immer auch eine ausreichende Regenerationszeit. Kann der Körper nach einem Stressreiz nicht ausreichend regenerieren, spricht man von einer gestörten Stressreaktion.  

Um von einer gestörten zu einer gesunden Stressreaktion zu kommen, brauchen wir die Bremse. Das ist das parasympathische Nervensystem. Alle Stressreaktionen werden über den Parasympathikus wieder ausgeglichen und so wird die gesunde Balance wieder hergestellt.

Gehe Deinen Tag durch. Einen ganz normalen. Wie oft hast Du nach einem Stressreiz (und dazu zählen wir jeden Reiz, der auch nur im Kleinsten Deine Frühwarner auf den Plan ruft. Also der morgendliche Verkehr, die nicht grüßende Kollegin, die neuen Aktenberge, das volle E-Mailfach, das kranke Kind zu Hause, der Chef, der zum Gespräch bittet und, und, und…) die Möglichkeit der Regeneration?
Siehst Du. Es IST schwierig, in unserem Lebenstempo diese notwendige Balance zu halten.  Wie können wir diesen Teufelskreis durchbrechen? Indem wir bewusst und regelmäßig auf die Bremse treten und der Entspannung die Wertigkeit zukommen lassen, die sie verdient.

Die gute Nachricht: Durch Deine Frühwarner weißt Du genau, wann dazu höchste Zeit ist. Die noch bessere Nachricht: Du hast Deine Bremse immer dabei und hast nun schon ein paar Tage intensiv damit trainiert. Welche Bremse kann das sein? Es ist Dein Atem! Der Atem ist unser wichtigster Verbündeter gegen den Stress. Tiefe Bauchatmung richtig eingesetzt aktiviert unser parasympathisches Nervensystem. Sie ist unsere Bremse. Alle Übungen der ersten Woche kannst Du wunderbar dafür einsetzen. Und durch das intensive Training wird es Dir nun leichter fallen, die Blitzentspannung zu machen: 8 tiefe Atemzüge.

Mache also regelmäßig kleine Pausen. Das klingt banal, ist aber für eine ausgeglichene Balance im Arbeitsalltag der wichtigste Grundpfeiler. Entspanne zwischendurch immer mal wieder für eine Minute. Ziehe die Aufmerksamkeit von Deiner Arbeit ab und richte den Blick nach innen. Wann immer Dir nach einer kurzen Auszeit ist, tritt innerlich auf die Bremse. Das kannst Du jederzeit tun, ohne dass es jemand anderes bemerkt. 60 bis 90 Sekunden reichen für das Wunder des bewussten Atems.

Die drei größten Fehler im Stress 

Hier kannst Du die Blitzentspannung mit Klaus üben.
Du findest das Video in unserer CommUnity.

Tipp zu Fehler Nr. 2:
Gönne Dir regelmäßig kleine Auszeiten. Mehrmals am Tag eine Minute tiefe Bauchatmung kann Dein parasympathisches Nervensystem aktivieren und Dich in die Entspannung bringen. Verknüpfe diese Übung mit alltäglichen Gewohnheiten: Der morgendliche Kaffee lädt zur kurzen Atempause ein. Der Gang zum Auto. Die Warteschlange, die Konferenz und, und, und. Gelegenheiten gibt es viele. Du musst es nur noch machen.

Wenn Du das regelmäßig übst, bist Du im Training Deiner Stresskompetenz ein ganz großes Stück weiter. Wie Du lernst, den inneren Stress mehr in den Griff zu bekommen, erfährst Du im nächsten Kapitel.

Kapitel 3

Du kennst nun Deine Frühwarner und weißt, was Du tun kannst, um Dir mehrmals am Tag eine kleine Pause zu gönnen und täglich einmal tief zu entspannen mit dem Bodyscan.
Super!
In diesem Kapitel erfährst Du, was der Fehler Nr. 3 ist. Dazu eine Geschichte aus einem unserer Trainings:

Mareike ist eine wunderbare junge Frau Mitte 30, sie arbeitet als Texterin in einer Werbeagentur. Ein fordernder Job, vor allem in den „heißen“ Projektphasen. Sie war Teilnehmerin in einem unserer 8-Wochen- Stressmanagement-Kurse. Bei einem Treffen erzählte sie von Schlafstörungen, Herzrasen, Atemnot, Reizbarkeit: Sie hatte starke Stresssymptome. Der Auslöser: Drei Tage zuvor hatte Ihr Chef ihr eine E-Mail geschickt: „Komm doch am Donnerstag um 14 Uhr zu mir ins Büro, ich möchte in Ruhe etwas mit Dir besprechen“.
Diese kurze E-Mail war der Auslöser massiver Stressreaktionen. Warum? Weil sie in Mareike das auslösten, was in der Stressforschung „Katastrophisieren“ genannt wird. Mareike malte sich vom Zeitpunkt des Lesens alles Mögliche SCHLIMME aus: Was wollte der Chef? War er unzufrieden? Hatte er einen Fehler entdeckt? Musste die Firma sparen und baute Mitarbeiter ab? Würde sie ihren Job verlieren? Es war so schwer gewesen, diesen Job zu finden! Würde sie noch mal die Kraft haben für eine neue Jobsuche? Was würde dann aus ihrer neuen Wohnung? Musste sie dann wieder ausziehen? Vielleicht würde sich ihr Freund von ihr trennen? Usw. usw.
Kein Wunder, dass Mareike Stresssymptome hatte, oder?
Das Ende der Geschichte verraten wir Dir gleich…

Die drei größten Fehler im Stress 

Mareike steckte also tief drin in der Stressreaktion. Dabei gab es gar keinen wirklichen Grund. Sie wusste nicht, was der Chef von ihr wollte. Der einzige Grund für all ihren Stress waren ihre verrückt spielenden Gedanken. Und das führt uns direkt zu

Fehler Nr. 3: die Stressmonster füttern 

Stress entsteht im Kopf und wir sind oft selber dafür verantwortlich. Ich weiß, das zu lesen tut weh, aber so ist es nun einmal. Wir machen uns den größten Teil unseres Stresses selbst, nach der modernen Stressforschung sind es 70%. Natürlich machen wir das nicht extra. Kein Mensch verursacht sich extra selber Leid. Wir sind einfach so, unser Gehirn ist einfach so, denn es will nur das Beste für uns, und das meint es zu bekommen, wenn es uns vor vermeintlichen Gefahren warnt. Das ist keineswegs neu, sondern war schon immer so, lange vor unseren modernen, hektischen, reizüberfluteten Zeiten. Schon die alten Griechen kannten das Phänomen.

„Es sind nicht die Dinge oder Ereignisse an sich, die uns beunruhigen, sondern die Einstellungen und Meinungen, die wir zu den Dingen haben.“ Epiktet (Philosoph der Stoiker, ca. 100 v.Chr.)

Und auch die modernen Stressforscher wissen das:
„Ergebnisse der Stressforschung machen deutlich, dass weniger das Auftreten des Ereignisses an sich, als vielmehr dessen Wahrnehmung, Bewertung und Verarbeitung durch den betroffenen Menschenausschlaggebend dafür sind, ob es in der Folge zu gesundheitlichen Störungen kommt oder nicht.“ (G. Kaluza)  

Kurz: Es sind zum größten Teil unsere Gedanken, die uns Stress verursachen und zu Stresssymptomen führen. Wir nennen solche Gedanken unsere “Stressmonster”.

Glaubst Du alles, was Du denkst? Nimmst Du jeden Gedanken für bare Münze? All die warnenden, drückenden, dunklen Gedanken? All die Stressmonster? Denn genau das hat auch Mareike getan. Sie hat ihren Gedanken geglaubt, sie gefüttert und so haben sie sich zu Stressmonstern entwickelt, konnten wunderbar wachsen und gedeihen. Übrigens völlig unnötig. Was, meinst Du, hielt der Chef für sie bereit, als der Termin endlich da war? Es war eine Beförderung. 
Damit wir uns nicht falsch verstehen: Dies ist keine Aufforderung, nicht mehr zu reflektieren. Es ist die Einladung, das Drama aus solchen inneren Vorgängen heraus zu nehmen. Um dann gegebenenfalls mit klarem Verstand an der Lösung zu arbeiten. Oder die Dinge einfach loszulassen.

Die drei größten Fehler im Stress 

Was tun gegen die Stressmonster? 
Du wachst nachts auf und kannst nicht mehr einschlafen, weil das Gedankenkarussell einfach nicht aufhört, sich zu drehen. Oder Du hast längst Feierabend, bist aber mit den Gedanken noch mitten in der Auseinandersetzung mit dem Chef heute. Der hat vielleicht munter lächelnd das Büro verlassen und den Streit längst vergessen, während Du noch nachhängst. Oder das Projekt ist furchtbar schief gelaufen, du kannst jetzt nichts mehr dran ändern, trägst aber dieses mulmige Gefühl in Dir, versagt zu haben? Stell Dir vor, es gäbe eine Möglichkeit, besser mit solchen belastenden Gedanken umzugehen? Ihnen das Futter zu entziehen, so dass sie klein und kümmerlich werden statt groß und mächtig.

Das Zauberwort heißt „Achtsamkeit“ .

Übungen 
Die Übungen der Achtsamkeit bestehen darin, innezuhalten und wahrzunehmen, was im gegenwärtigen Augenblick passiert. Nicht mehr, aber auch nicht weniger, denn für den menschlichen Geist ist es eine große Herausforderung, innezuhalten und einfach nur wahrzunehmen. Zum Beispiel Deine Gedanken. Oder Deine Emotionen. Oder die Geräusche, Gerüche und Farben deiner unmittelbaren Umgebung. Du hast das schon im im Audiokurs und im Bodyscan geübt, indem Du einfach Deinen Körper, Deine Gedanken und Emotionen wahr genommen hast, ohne zu werten. Jetzt gehen wir einen Schritt weiter:

Wenn Du Deine Stressmonster in den Griff bekommen möchtest, solltest Du sie

  1. wahrnehmen
  2. nicht ernstnehmen
  3. ziehen lassen

Hier sind die fünf häufigsten Stressantreiber, die von der modernen Stressforschung identifiziert worden sind: 

1. Sei perfekt! 
Hier steht das Leistungsprinzip hinter, der Wunsch nach Erfolg und Selbstbestätigung durch gute Leistung und die Angst vor Misserfolg, Versagen und Fehler. 

2. Sei beliebt!
Dahinter steht das ausgeprägte Bedüfnis nach Harmonie, nach Anerkennung, Zugehörigkeit und Angenommensein und die Angst vor Ablehnung, Kritik und Zurückweisung.

Die drei größten Fehler im Stress 

3 .Sei stark!
Der Wunsch nach persönlicher Unabhängigkeit und Selbstbestimmung stehen hier im Vordergrund und die Angst davor,  die eigene Hilfsbedürftigeit, Abhängigkeit und Schwäche zu erkennen oder einzugestehen.

4. Sei vorsichtig! 
Sicherheit und Kontrolle stehen hier im Vordergrund und auf der anderen Seite die Angst vor Fehlentscheidungen, Risiken und Kontrollverlust. 

5. Ich kann nicht!
Hier treibt ein ausgeprägter Wunsch nach einem bequemen Leben, Anstrengungslosigkeit und Wohlbefinden an. Das führt zu Stress in unangenhemen Situationen, Anstrengungen oder Frustrationen. 

Lass diese Antreiber mal ein bisschen auf Dich wirken. Spricht Dich einer von Ihnen besonders an? Erkennst Du Dich wieder? Vielleicht wirken in Dir sogar zwei oder gar drei dieser Antreiber gleichzeitig? Welches ist Dein Stressmonster?

Was kannst Du tun, wenn Du Deine Antreiber erkennst? Wenn Du sie in Stresssitationen wahrnimmst? Du kannst sie achtsam wahrnehmen, annehmen, nicht unterdrücken, sie sogar freundlich begrüssen. Denn sie sind nicht nur schlecht sondern haben in Deinem Leben auch schon viel gutes bewirkt. Und es gilt das Prinzip: alles, was wir gewaltsam unterdrücken, bekommt mehr Energie und Kraft. Wir “füttern” es. Alles, was wir annehmen und “da sein lassen”, verliert Energie.

Achtsamkeit sein bedeutet nichts anderes, als im Hier und Jetzt zu sein. Und wo sind wir nicht, wenn wir im Hier und Jetzt sind? Genau. In der Vergangenheit (Auseinandersetzung mit dem Chef) oder in der Zukunft (in der alles mögliche Schlimme passieren kann.) Sondern wir sind hier und jetzt, im gegenwärtigen Augenblick. Achtsam zu sein bedeutet auch, einfach wahrzunehmen, was ist, ohne etwas zu beurteilen und ohne es verändern zu wollen, so, wie Du es in Woche zwei Deines Audiokurses geübt hast. Es geht darum, mehr und mehr die Rolle des achtsames Beobachters einzunhemen und einfach nur genau das zu tun: zu beobachten. Nicht zu werten, nicht zu urteilen, nicht zu handeln. Und so die Stessmosnter und – verstärker mehr und mehr “hungern” zu lassen. 

Jetzt kennst Du Deine Frühwarner, weißt, wie Du in jedem Moment entspannen kannst und weißt, wie Du Deine Stressmonster auf Diät setzt. In der nächsten Kapitel erfährst Du, was Du tun kannst, um diese neu gewonnenen Kompetenzen auch wirklich in Dein Leben zu integrieren.

Die drei größten Fehler im Stress 



Kapitel 4

Du hast nun einen Einblick in die Möglichkeiten bekommen, wie Du selbstwirksam etwas gegen Stress und für mehr innere Ruhe und Gesundheit tun kannst. Wie geht es jetzt weiter?
Erinnerst Du Dich an das Vorwort?  “Bewusst und beherzt aus dem Stress aussteigen kannst nur Du selbst. Und zwar, in dem Du Dich mit Deinem ganzen Wesen dazu entscheidest und dann entschlossen losmarschierst”.

Losmarschiert bist Du ja bereits mit diesem e-book. Herzlichen Glückwunsch! Jetzt musst Du selbst dafür sorgen, auf dem Weg zu bleiben, in Bewegung zu bleiben, im Training zu bleiben. Denn die neuen Impulse können nur nachhaltig wirksam werden, wenn Du sie zu neuen Gewohnheiten machst. Doch wie kannst Du sichergehen, dass nicht gleich alles wieder im Alltagsgewusel verpufft, Du Deinen neuen Weg verlässt und Du ruck zuck wieder in die alten Muster zurückfällst? Dass Du wieder den 2. fatalen Fehler im Stress machst und der Entspannung und Regeneration einfach nicht die Wertigkeit gibst, die sie verdient?

Es gibt sehr viele Möglichkeiten, neue Gewohnheiten zu etablieren. Du kannst die Entspannungseinheiten in Deinen Kalender eintragen. Als feste, wichtige, nicht verschiebbare Termine. Du kannst Dein Handywecker oder eine App benutzen, um Dich erinnern zu lassen. Du kannst Freunde fragen, mitzumachen. Alles möglich, alles gut. Aber unserer Erfahrung nach führt nur ein Weg zu einer nachhaltig besseren Stresskompetenz. Und das ist die Frage, ob Du es wirklich willst. Ob Du Deinen geliebten Stress wirklich ein Stück weit loslassen willst. Ich sage das bewusst so provokativ, denn wir halten uns oft am Stress fest. Glaubenssätze wie: „Erfolgreiche Menschen sind nun mal immer im Stress“. „Stress gehört zum Leben einfach dazu.“ „Wie sieht es denn aus, wenn ich nicht im Stress bin?“ führen dazu, dass wir uns irgendwann ohne Stress leer fühlen. Dass wir den Stress regelrecht wollen und brauchen, uns daran festhalten, auch wenn er uns nicht gut tut.

Es ist Deine Entscheidung. Willst Du mit Deinem ganzen Wesen aussteigen aus der Stressspirale und ein gesünderes, erfüllteres Leben führen?

Die drei größten Fehler im Stress 

Dann mache die Regeneration zur Chefsache. Mache die gesunde Balance ab heute zur wichtigsten Sache Deines Lebens und trainiere jeden Tag. 3 Wochen hast Du nun schon. Aus der modernen Hirnforschung weiß man, dass unser Gehirn mindestens 21 Tage braucht, um die neuen Impulse zu Gewohnheiten zu machen und neue Verbahnungen, also neue neuronale Netzwerke zu schaffen. Wenn aus den Impulsen erst einmal Gewohnheiten geworden sind, wird es es Dir viel leichter fallen, nachhaltig etwas für Deine Gesundheit zu tun. Ein wunderbares Trainingsprogramm für ab heute wäre:

Wenn Du tiefer in die Themen wie Achtsamkeit, Meditation, Yoga oder Life-Balance eintauchen möchtest: Unity Training bietet eine große Auswahl an Möglichkeiten. Alle Themen gibt es bei uns als 8- Wochen- Kurse und als Einzelcoachings bei uns in unserem Studio in Köln und in vielen Seminaren und Workshops und in ganz Deutschland. Schau Dich in Ruhe auf unserer Seite um. Du wirst sicher das Richtige für Dich finden, um deinem Stress auch in Zukunft gelassen ein Küsschen zu geben.  Hier klicken

Vielen Dank für Dein Vertrauen und dass wir Dich mit diesem Kurs ein kleines Stückchen auf Deinem Weg zu weniger Stress und mehr gesunder Balance begleiten durften! Wenn es Dir gefallen hat, empfehle uns und dieses e-book bitte weiter. 

Wir wünschen Dir von Herzen alles Gute!

Mit den besten Grüßen


Nicole Roewers
Florian Heinzmann
Unity Training